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Die Burgenfreunde und -freundinnen beider Basel feiern ihr 75-Jahr-Jubiläum

Vorwort

Es ist überliefert, dass bereits im Jahre 1894 oder 1895 «einige Herren in Basel ein Vereinli zum Besuch von Ruinen in der Umgebung Basels» gegründet hatten. Offenbar war diesem aber keine lange Dauer beschieden. Erst «nach einer anregenden Burgenfahrt ins Wallis» beschloss eine Gruppe von Basler Mitgliedern des Schweizerischen Burgenvereins, eine eigene Vereinigung von Burgenfreunden zu gründen. An der Gründungsversammlung vom 19. September 1931 im Schloss Bottmingen wurde auf die Initiative von Carl Roth, dem damaligen Vizepräsidenten des Schweizerischen Burgenvereins, ein Geschäftsausschuss gebildet und Max Ramstein zum Obmann gewählt. Die Mitgliederzahl betrug anfänglich etwa ein Dutzend. Sogleich entwickelte der Geschäftsausschuss eine rege Tätigkeit, indem zuerst mit den so genannten Farnsburgtagen die Rettung der Ruine Farnsburg eingeleitet wurde. Eine Geldsammlung im Jahre 1933 zu Gunsten des freiwilligen Arbeitsdienstes auf dem Wartenberg erbrachte den Reinerlös von 7 062.10 Franken, der dem Burgenkomitee Baselland überwiesen wurde. Die Burgenfreunde boten in der Folge Hand zu vielen Burgrestaurierungen – unter diesen auch die Renovation des Weiherschlosses Bottmingen während des Zweiten Weltkrieges, das zu den grössten Unternehmungen gehört, an denen sie beteiligt waren. Eine Anzahl von Plänen aus dieser Zeit im Archiv zeugt noch davon. Der Verein betätigte sich also in einer Zeit, da noch kaum staatlichen Institutionen mit dieser Aufgabe betraut waren, in weitsichtiger denkmalpflegerischer Weise.

Dem Verein traten immer mehr Burgenbegeisterte bei und nahmen an Vorträgen, Burgenwanderungen, Carfahrten in der Schweiz und an Reisen ins Ausland teil. Das Spektrum des kulturell Interessierenden ging indes weit über das vom Vereinsnamen zu Erwartende hinaus und erstreckte sich zunehmend auch auf Archäologie, Geschichte des Mittelalters allgemein, aber auch Kirchen, Klöster und anderes mehr.

Um den grossen Bildungshunger zu stillen, der bei der Beschäftigung mit den mittelalterlichen Adelssitzen und verwandten Themen eintrat, wurden nach und nach fachspezifische Bücher angeschafft. Die Büchersammlung wuchs zu einer Bibliothek von beträchtlichem Umfang an, neben der schon früh auch einiges Planmaterial von Burgen aufbewahrt wurde. Als Eugen Dietschi-Kunz an die Burgenfreunde herantrat mit seiner Vision, ein schweizerisches Burgenarchiv zu gründen, wurden alle Szenarien geprüft. Und schliesslich übernahm der Verein die vornehme Aufgabe, dieses bei sich aufzunehmen. 1952 konnte er dafür die noch heute genutzten Räume am Stapfelberg 4 in Basel mieten. Mit viel Fleiss ergänzten und pflegten die Burgenfreunde in den Folgejahren die Bestände.

Die mittlerweile in der ganzen Schweiz entstandenen archäologischen Fachstellen und Denkmalpflegeämter übernahmen in der Folgezeit zusehends die früher massgeblich von Privaten – und eben Vereinen – initiierten Ausgrabungs-, Forschungs- und Sicherungstätigkeiten auf den Burgen und bewahren die dabei entstehenden Dokumentationen auch selbst auf. Damit gelangten immer weniger Archivalien dieser Art in das Schweizerische Burgenarchiv.

Trotzdem und erst recht: das 75-Jahr-Jubiläum der Burgenfreunde beider Basel steht im Zeichen des Archivs. Mit dieser kleinen Schrift wird seine bisherige Geschichte erläutert und fallen Schlaglichter auf einige bekannte Burgenfreunde und -forscher, die mit Plänen und sonstigen Archivalien im Archiv vertreten sind. So soll diese kleine Institution dem Vergessen entzogen werden und allen Interessierten ein Überblick des Aufbewahrten in die Hand gegeben werden.

Heute nur noch unregelmässig und wenig ergänzt, erzählt das Archiv mittlerweile auch von einer vergangenen Epoche und Kultur im Vereinsleben, ist also selbst ein Zeitzeuge. Denn wer hat in der digitalisierten Zeit noch Musse und Anlass, Burgenbilder auf Kartons zu kleben, zu beschriften und zu stempeln, im Eingangsbuch mit einer Signatur zu versehen und in die Findmittel zu integrieren?

Bei den Burgenfreunden hat sich bis zum heutigen Tag viel Wissen von den früheren Aktivmitgliedern auf die heutigen übertragen. Obschon die Sammel- und Archivierungstätigkeit eingestellt ist, pflegt der Verein noch heute die Bestände engagiert und erbringt diese Leistung für Private und Amtsstellen ohne Subventionen aus eigener Kraft.

Mit viel Zuversicht und Freude blickt der Verein in die nächsten 25 Jahre.

Doris Huggel, Präsidentin